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Mittelbayerische Zeitung: Kommentar zu Österreich: In der Ratschlagfalle von Reinhard Zweigler

Regensburg (ots) - Sicher ist es gut gemeint vom Vorsitzenden der deutschen Sozialdemokraten, dass er die Regierungsparteien in Wien dazu aufruft, bei der Stichwahl am 22. Mai gemeinsam für den Kandidaten der Grünen als neuen österreichischen Präsidenten einzutreten. Gemeinsam könnte so der Kandidat der rechtspopulistischen FPÖ Norbert Hofer vielleicht noch aufgehalten werden. Frankreich etwa hat Erfahrungen damit, wie Rechtspopulisten im Spitzenamt des Landes durch gemeinsame Anstrengung der Demokraten verhindert werden konnten. Doch Wien ist nicht Paris. Und fraglich ist zudem, ob Gabriels Ratschlag in Österreich nicht eher das Gegenteil des Gewollten erreichen wird. Wer will in der Alpenrepublik denn schon gern dem Ratschlag von "Piefkes" folgen? Und jeder Ratschlag ist eben auch ein Schlag. Deutsche Politiker sollten sich eher zurückhalten und schon gar nicht in die Ratschlagfalle tappen, wie Sigmar Gabriel jetzt. Damit keine Zweifel aufkommen: Ein FPÖ-Mann an der Spitze Österreichs ist wirklich keine Lappalie. Norbert Hofer ist der Vertreter einer Partei, die auf einfachste Sprüche zur Bewältigung schwieriger europäischer Zukunftsfragen, nicht nur der Flüchtlingskrise, setzt. Hofer als Präsident würde europäische Lösungen nicht einfacher machen. Aber da stünde er dem ungarischen Premier Viktor Orbán oder der polnischen Regierungschefin Beata Szydlo kaum nach. Im Fall der Großen Koalition in Wien hat sich zudem gerächt, den Sprüchen von Rechtspopulisten hinterher zu laufen.

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