Bundesvereinigung Lebenshilfe

Eugenik im modernen Gewand verhindern
Lebenshilfe warnt deutsche Abgeordnete vor Abstimmung am 23. April im Europäischen Parlament

Berlin (ots) - Mit großer Besorgnis sieht die Bundesvereinigung Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung dem Beschluss zum Thema seltene Krankheiten am 23. April im Europäischen Parlament entgegen. Durch den Änderungsantrag 15 des so genannten Trakatellis-Berichts werde das eigentliche Ziel, Patienten europaweit zu helfen, ins Gegenteil verkehrt. So Bundesvorsitzender Robert Antretter in einem Brief, in dem er alle deutschen Europaabgeordneten auffordert, gegen diesen Antrag zu stimmen.

In dem Änderungsantrag ist davon die Rede, dass genetisch bedingte seltene Erkrankungen ausgemerzt werden sollen. Werdende Eltern sollen zur Verhinderung von Kindern mit einer seltenen Erkrankung genetisch beraten und weiterhin mit Hilfe von Präimplantationsdiagnostik eine Selektion von gesunden Embryonen durchgeführt werden. Als Begründung wird angeführt, dass die Entwicklung einer Therapie für seltene Erkrankungen zu kostenaufwendig sei. Robert Antretter: "Dies alles entspricht eugenischen Zielsetzungen, wie sie zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Europa und Amerika propagiert und in Deutschland planmäßig umgesetzt wurden, letztlich durch die Ermordung von Menschen, die 'zu teuer' waren."

Eine Diskussion über Kosten zur Behandlung von Krankheiten, die scheinbar zum Wohle aller zu vermeiden seien, führe sehr schnell zu einer Bewertung als "nicht lebenswertes Leben". Eine Auslese von Leben nach solchen Kriterien unterhöhle die Menschlichkeit und bedrohe die Würde des Menschen.

(Den vollständigen Brief an die Europaabgeordneten finden Sie im Internet unter www.lebenshilfe.de / Rubrik "Presse".)

Pressekontakt:

Peer Brocke
Bundesvereinigung Lebenshilfe
für Menschen mit geistiger Behinderung e. V.
Leipziger Platz 15, 10117 Berlin
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