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Westfalenpost: Verschleppt

    Hagen (ots) - Politiker treffen sich endlich zum Impf-Gipfel Von Nina Grunsky Vor zehn Jahren hat die Weltgesundheitsorganisation alle Staaten aufgefordert, Pandemiepläne zu entwickeln. Vor sieben Jahren ist die Atemwegsinfektion SARS um die Welt gegangen. Vor drei Jahren ist die Vogelgrippe in Europa angekommen. Vor Monaten ist die Schweinegrippe in Mexiko ausgebrochen. Vor drei Wochen hat die Impfaktion gegen die neue Krankheit begonnen. Um so beunruhigender ist, wie wirr Politik und Ärzte bislang handeln. Ob sich Patienten impfen lassen sollen oder nicht, dazu haben drei Mediziner fünf verschiedene Meinungen - die sie im Übrigen auch noch innerhalb weniger Tage ändern. Klar war von Beginn an, dass nicht alle Bürger auf einmal geimpft werden. Dass zunächst Ärzte, Krankenschwestern, Feuerwehrleute, Polizisten und Risikogruppen an der Reihe sind. Klar war auch, dass alle anderen bis Anfang Dezember warten sollten. Völlig unklar ist, warum erst jetzt, nachdem eine werdende Mutter in Aachen gestorben ist, ein Impfstoff für Schwangere bestellt und zugelassen wird. Und warum es andererseits für die Bundesregierung längst ein Mittel ohne die umstrittenen Wirkverstärker gibt. Die Bürger immerhin bewahren die Ruhe. Schließlich verläuft die neue Grippe in den meisten Fällen eher harmlos. Bleibt zu hoffen, dass alle aus diesem Chaos lernen für den Fall, dass irgendwann einmal eine viel ernstere Pandemie auftritt.

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