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Neue OZ: Kommentar zu Kunst
Belgien

Osnabrück (ots) - Über alle Grenzen

Jan Hoet hat keine Grenzen akzeptiert, keinen Konflikt gescheut, über Political Correctness nur gelächelt. Deshalb ist er heute ein Klassiker jener Rolle, die in der aktuellen Kulturszene einen zentralen Platz einnimmt - der des Kurators.

Anders als sein berühmter Weggefährte Harald Szeemann prägte Hoet keinen Epochenbegriff, machte aber die Kunst zum Epochenereignis. Hoet hatte keine Scheu vor dem großen Publikumsprojekt. Als früherer Amateurboxer zwang er auch als Ausstellungskurator die Besucher buchstäblich in die Konfrontation - über den körperlichen Kontakt mit sperriger, eigensinniger Kunst.

Für ihn erklärte sich Kunst nicht aus Konzepten, sondern aus ihrer eigenen, vorzugsweise verstörenden Sinnlichkeit. Hoet suchte den Kontakt zu Künstlern, nicht zu Politikern. Das machte ihn für manche Verantwortungsträger zum Enfant terrible, für die Verfechter der Kunst zum Hoffnungsträger. Kunst ist heute oft verkopftes Diskursereignis. Etwas mehr von Jan Hoets Temperament würde ihr guttun.

Stefan Lüddemann

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