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Die vergessenen Klimatreiber: DUH fordert Verbot für fluorierte Treibhausgase

Berlin (ots)

EU-Umweltausschuss darf bei Verhandlung über F-Gas-Richtlinie Chance zu mehr Klimaschutz nicht verpassen - Alternativen zu F-Gasen sind längst verfügbar

Sie galten einst als Retter der Ozonschicht, inzwischen sind fluorierte Treibhausgase, auch F-Gase genannt, ein globaler Risikofaktor für das Klima. Das Problem: F-Gase schonen zwar die Ozonschicht, dafür schädigen sie aber umso dramatischer das Klima - und zwar bis zu 23.000-mal mehr als die gleiche Menge Kohlendioxid. Am kommenden Mittwoch (19.6.2103) stimmt der Umweltausschuss des EU-Parlaments über einen Reformvorschlag der EU-Kommission zur Überarbeitung der F-Gas-Richtlinie ab. Die Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH) fordert die EU auf, den gesetzlichen Rahmen für die Verwendung und Verbreitung der klimaschädlichen Treibhausgase dringend zu überarbeiten und alle F-Gase zu verbieten, für die es bereits umweltfreundliche Alternativen gibt.

F-Gase werden als Kältemittel in Klimaanlagen und Kühlgeräten, als Treibmittel in Dämmmaterialien, als Treibgas in Sprays oder als Feuerlöschmittel verwendet. Sie entweichen schon während der Herstellung, im Gebrauch, über Leckagen während der Nutzung und schließlich bei der Entsorgung der Geräte in die Atmosphäre, wo sie großen Schaden anrichten. Schon heute liegt der Beitrag der F-Gase an der Klimaerwärmung in der Größenordnung des weltweiten Flugverkehrs. Einzelne Gase haben ein Treibhausgaspotential von bis zu 23.000 im Vergleich zu CO2. Experten schätzen, dass sich die globalen F-Gas-Emissionen bis 2050 verdreifachen werden, insbesondere durch die starken Wachstumsraten im Bereich Kühlung und Klimaanlagen.

"Die Belastung des Klimas mit F-Gasen ist hausgemacht. In so gut wie allen Anwendungen stehen Alternativen bereit, die einen schnellen und endgültigen Ausstieg ermöglich. Wenn die EU nicht endgültig den Klimaschutz ad acta legen will, dann muss sie jetzt mit klaren Verboten und Ausstiegsszenarien für F-Gase der Welt den Weg weisen", fordert Dorothee Saar, Leiterin für Verkehr und Luftreinhaltung bei der Deutschen Umwelthilfe.

Zwar hat die bislang geltende Verordnung den Verbrauch von F-Gasen in den letzten Jahren geringfügig gesenkt. Aus Sicht der DUH reicht das aber nicht aus, um zu der für die Einhaltung des 2-Grad-Ziels erforderliche Reduktion von Treibhausgasen beizutragen. Den Vorschlag der Kommission, die bislang nicht ersetzbaren Stoffe durch ein sogenanntes "phase out" im Laufe der nächsten Jahre immer weiter zu reduzieren, kommentiert die DUH als halbherzig. Ihrer Auffassung nach müssen die Restmengen mit einer Gebühr belegt werden, um Fehlentwicklungen ähnlich wie beim Emissionsrechtehandel zu vermeiden.

Der Appell richtet sich angesichts der wachsenden Herstellerzahl klimafreundlicher Alternativen in Deutschland insbesondere an die Vertreter der Bundesrepublik im Umweltausschuss. Ihr klares Nein zu F-Gasen wäre aus Sicht der DUH das richtige Signal zu mehr Klimaschutz und könnte gleichzeitig positive Wachstumsimpulse für ökologische Kühl- und Treibmittel "made in Germany" setzen. Bislang stammen die verwendeten Klimagase überwiegend aus der Produktion multinationaler Konzerne mit Sitz in Asien und den USA. "Es geht wie immer nur ums Geld, denn die Hersteller machen mit Kühl- und Treibmitteln Milliardenumsätze zu Lasten des Klimas. Der Lobbydruck auf die Politik ist erschreckend hoch", erklärt der internationale Verkehrsberater Axel Friedrich.

Ein ausführliches Hintergrundpapier zu F-Gasen und einen Animationsfilm zum Thema finden Sie im Internet unter http://duh.de/index.php?id=4149

Pressekontakt:

Für Rückfragen:

Dorothee Saar, Leiterin Verkehr und Luftreinhaltung, DUH
Mobil: 0151 16225862, E-Mail: saar@duh.de

Dr. Axel Friedrich, Internationaler Verkehrsexperte
Mobil: 0152 29483857, E-Mail: axel.friedrich.berlin@gmail.com

Daniel Eckold-Hufeisen, DUH-Pressesprecher
Tel. 030 2400867-22, Mobil: 0151 55017009, E-Mail:
eckold-hufeisen@duh.de

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