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Neue OZ: Kommentar zum Plagiatsverfahren gegen Schavan

Osnabrück (ots)

Das Scheitern an eigenen Maßstäben

Die Einschläge kommen näher. Das gilt für Annette Schavan wie auch für Angela Merkel. Die Philosophische Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf hat entschieden, ein Verfahren zur Aberkennung von Schavans Doktorgrad einzuleiten. Dies macht es immerhin wahrscheinlicher, dass die Bundesforschungsministerin am Ende der Prüfung tatsächlich ohne Titel weiterleben muss, und in der Folge vom Posten der Ressortleitung in Berlin zurücktritt. Denn es erscheint nur sehr schwer vorstellbar, dass die oberste Bildungspolitikerin des Landes ohne Folgen für ihr Amt eines Plagiats überführt ist.

Die Bundeskanzlerin dagegen würde bei einem solchen Szenario nicht nur, wie gerade in Niedersachsen geschehen, ein CDU-geführtes Land nach dem anderen an die SPD und die Grünen verloren haben, sondern auch schon wieder ein Kabinettsmitglied verabschieden. Im Falle Schavans noch dazu eine enge Vertraute. Merkel muss ihre Auswahl der Bundesminister zu denken geben. Man kann und sollte nicht alles über jeden wissen - aber eine Kanzlerin verantwortet ihr Personal. Ein munteres Stühlerücken schadet der Politik.

Auch wenn Schavan anders als Karl-Theodor zu Guttenberg nicht bewusst getäuscht zu haben scheint und selbst die wissenschaftliche Gemeinde über die Tragweite unsauberen Zitierens uneins ist: Zumindest an ihren eigenen Maßstäben scheitert sie. Über den Fall Guttenberg schäme sie sich nicht nur heimlich, sagte Schavan 2011.

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