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Neue OZ: Kommentar zu Europa
Justiz
Scheidungen

Osnabrück (ots) - Trennung vereinfachen

Bis dass der Tod euch scheidet: Diesen Kirchenspruch nimmt ein Großteil aller Ehepaare nicht ernst. Die Scheidungsrate bewegt sich in Deutschland auf Rekordniveau. Besonders schwierig wird die Trennung, wenn die Ehepartner verschiedenen Nationalitäten angehören - und unterschiedliches Scheidungsrecht in Anspruch nehmen können. 140 000-mal geschieht das jährlich in der Europäischen Union. Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger hat zwar dazu beigetragen, das Scheidungsrecht für eine Minderheit zu vereinfachen - das Kernproblem aber nicht angetastet.

In Deutschland wird bei sinkender Zahl der Hochzeiten mittlerweile fast jede zweite Ehe wieder geschieden. Die Folge ist oft ein Scheidungskrieg. Auch, um die juristischen Fesseln der Ehe wieder abzulegen. Die Gewinner dieser Auseinandersetzung sind am Ende meist nur Anwälte - dank satter Honorare. Angesichts der horrenden Scheidungsraten wäre es Aufgabe der Justizministerin, über eine Vereinfachung des Scheidungsrechtes für alle Paare in Deutschland nachzudenken.

Wenn es der Justiz gelänge, Scheidungen in Deutschland zu erleichtern und somit Hunderttausende Paare vom Trauma eines drohenden Papier- und Behördenkrieges zu befreien, steigt vielleicht auch wieder die Lust auf eine Hochzeit - weil die Angst vor den Folgen einer gescheiterten Ehe sinkt.

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