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Neue OZ: Kommentar zum Deutschen Buchpreis

Osnabrück (ots) - Ein Hoch auf das Mittelmaß

Betriebsunfall im Literaturbetrieb: Die Vergabe des Deutschen Buchpreises ausgerechnet an Melinda Nadji Abonji kommt denkbar überraschend - als schwerer Missgriff. Die Jury hat sich für ein Stück Juroren-Prosa entschieden, aber nicht für starke Literatur. Der Buchpreis, als Format für publikumsträchtige Romane geschaffen, erleidet mit dieser Vergabe eine nachdrückliche Rufschädigung. Über Monate zieht sich das Auswahlverfahren hin und dann dieses Buch als das angeblich beste des Jahres. Unfassbar.

Abonjis Buch erfüllt keine avancierten literarischen Ansprüche. Dafür qualifiziert sich das Werk mit politisch korrektem Thema und aufgesetzter Jugendlichkeit anscheinend bestens für das System der Preise und Stipendien, das die Literaturwelt zu einem nicht unerheblichen Teil ausmacht. Also doch kein Betriebsunfall im Literaturbetrieb? Der Preis für pure Mittelmäßigkeit - das wäre allerdings das fatale Resultat einer Förderung, die doch der Qualität zum Durchbruch verhelfen soll. Abonjis Roman entspricht dem jedoch gar nicht. Leider.

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