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Neue OZ: Kommentar zu Musik
Festivals

Osnabrück (ots) - Lust auf Tradition

Gelegentlich muss sich auch die Avantgarde mal wieder ihrer Wurzeln versichern. Deshalb kehrt die bildende Kunst zum Tafelbild zurück, deshalb stellt das Festival in Donaueschingen das Streichquartett ins Zentrum: jene komplexeste aller musikalischen Gattungen, die jede Schwäche gnadenlos entlarvt.

Damit setzt sich beim wichtigsten Neue-Musik-Festival der Welt der Trend fort, die traditionellen Klangkörper unter dem Aspekt des Zeitgenössischen zu hinterfragen: Im letzten Jahr mäanderte das SWR-Orchester und versuchte sich ohne Dirigent, dieses Jahr wird eben das Streichquartett auf seinen Möglichkeiten hin abgeklopft.

Dabei muss sich die Institution Donaueschingen keineswegs dem Publikumsgeschmack anbiedern: Das Wochenende bleibt ein Selbstläufer, wie die konstanten Besucherzahlen zeigen. Aber die Hinwendung zu traditionellen Besetzungen bietet der Avantgarde die Chance, sich ein Publikum jenseits der engen Fachzirkel zu erschließen. Sinfonieorchester und Streichquartett bieten da die Anknüpfungspunkte.

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