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Rheinische Post: Griechisches Drama

Düsseldorf (ots) - Ein Kommentar von Martin Kessler:

Das Debakel um den Euro-Staat Griechenland nimmt kein Ende. Gegen die geballte Spekulation der Finanzmärkte zog die Regierung in Athen den Kürzeren. Obwohl er immer beteuert hat, er brauche keine Hilfe, muss Griechen-Premier Papandreou nun das Rettungspaket von Europäischer Union (EU) und Internationalem Währungsfonds (IWF) in Anspruch nehmen. Damit ist auch der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble widerlegt. Er hatte den Beschluss über das Milliardenpaket als wirksames Mittel gegen die Spekulation verteidigt. Nun ist das Gegenteil eingetreten. Den Spekulanten den Hauptvorwurf zu machen, greift indes zu kurz. Griechenland gehört mit seinem unverantwortlichen Finanzgebaren einfach nicht in den Euro-Club. Weil die anderen Länder davor die Augen verschließen, haben die Finanzmärkte die Griechen nun in die Arme von EU und IWF getrieben. Für die wird die Rettung teuer, zu teuer. Auch das Design des Pakets stimmt nicht. Wenn man schon Griechenland retten will, sollte man dem EU-Staat eine konzertierte Kreditgarantie zu Marktkonditionen ausstellen. Das wäre mit dem EU-Vertrag vereinbar gewesen. Der Mischfinanzierung über EU und IWF haben die Märkte nicht getraut.

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