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Neue OZ: Kommentar zu Handel
Einzelhandel

Osnabrück (ots) - Produktion in Gefahr

Was passiert mit einer Schraube, die man überdreht? Das Gewinde wird beschädigt, und sie geht kaputt. Deutschlands Discounter arbeiten durch ständiges Drehen an der Preisschraube daran, einen irreparablen Schaden an der Produktion in Deutschland zu verursachen. Wer glaubt, dass die Billig-Märkte die immer neuen Preissenkungen aus eigener Tasche finanzieren, verkennt die Wirklichkeit.

Durch die Marktmacht der Discounter bleibt den Herstellern kaum eine Wahl, als die Munition für den Preiskrieg der Discounter zu liefern und immer billigere Ware zu produzieren. Man muss weder General noch Kaufmann sein, um zu wissen, dass in dieser Schlacht die Verlierer schon feststehen: der Verbraucher und die deutsche Landwirtschaft. Wenn die Erzeuger von Schweinefleisch, Kartoffeln und Obst dazu gezwungen werden, immer billiger zu liefern, kann das dauerhaft nur auf Kosten der Qualität gehen. Das wäre allerdings noch das kleinere Übel. Denn irgendwann wird der Preisdruck bei den Erzeugern so groß sein, dass heimische Hersteller ihre Produktion entweder ins noch billigere Ausland verlagern oder ganz vom Markt verschwinden.

Die Discounter wissen jedenfalls um diese Gefahr. Nach den Milchbauern-Protesten im vergangenen Jahr hat sich die Situation für die Betroffenen zwar nicht deutlich verbessert. Sie haben aber klargemacht, dass das Gewinde der Preisschraube bei der nächsten Umdrehung nach unten kaputt ist - nicht nur bei den Milchbauern.

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