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Neue OZ: Kommentar zu Luftverkehr
Vulkanausbruch
Island

Osnabrück (ots) - Schon peinlich

Von wegen, Island hat keine Asche mehr! Das durch die Bankenkrise vor dem Bankrott stehende Land zeigt es der Welt, mochte man vor Tagen noch witzeln. Doch die Folgen des Vulkanausbruchs für Europas Flugverkehr und Wirtschaft sind so fundamental, dass weder Spaß noch Freude über die Poesie des Stillstands angebracht erscheint.

Mag ein Hummer-Engpass in Deutschlands Luxus-Restaurants noch mit einem Achselzucken quittiert werden, stellt der stillgelegte Luftverkehr für Hunderttausende Urlauber und Geschäftsreisende ein großes Ärgernis dar. Viele werden noch Tage festsitzen, auf Mallorca, in Peking oder New York. Zudem drohen Milliardenausfälle in vielen Wirtschaftsbereichen. Möglich, dass durch Aufholeffekte der Schaden am Ende noch vergleichsweise glimpflich ausfällt. Garantiert ist dies jedoch keineswegs. Je länger die Luftflotte am Boden steht, desto fataler die Auswirkungen.

Es überrascht daher schon, dass sowohl Bundesregierung als auch die Europäische Union mehrere Tage benötigt haben, um überhaupt Krisenstäbe zu bilden. Noch erstaunlicher ist der Streit zwischen Airlines und Verkehrsminister Ramsauer: Ist das Flugverbot etwa nur Ausdruck von Hysterie? Offensichtlich gibt es noch immer keine verlässlichen Daten über die tatsächliche Gefährdungslage, eher wolkige Annahmen. Für Europa ist das schon peinlich.

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