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Neue OZ: Kultur-Kommentar zu Klaus Staeck

Osnabrück (ots) - Als Kritik noch schmerzte Armer Staeck! Welch ein Trauertag für die echte Kritik! Jetzt bekommt der angefeindete, verleumdete, umkämpfte Staeck seinen Stern auf einem "Walk of Fame". Als wenn er den nicht schon längst hätte. 1976 ereignete sich die Verleihung. Damals riss ein erboster, inzwischen vergessener CDU-Politiker namens Philipp Jenninger Plakate Staecks von den Wänden der Parlamentarischen Gesellschaft in Bonn. Die Entgleisung zeigte, wie hart die Kritik des Grafikers an der Haltung der CDU zur Diktatur Pinochets in Chile getroffen hatte. Wirksamer kann Kritik nicht sein. Stern für Staeck - das war damals allen klar. Auch den nachdenklichen unter seinen Gegnern. Und jetzt? Mit der Bodenplakette ist auch der Kritiker beerdigt. Klaus Staeck widerfährt, was Leuten seines Schlages niemals passieren dürfte - ihm wird von offizieller Seite applaudiert. Aber ist Staeck nicht längst bestaunter Künstler, Postkarten-Unternehmer, Akademie-Präsident? In der Tat. Die Zeit heilt wirklich alles, auch die Wunden, die Kritik einst schlug. Wie schön die Zeit, als Kritik noch schmerzte - und wie vergangen zugleich. Pressekontakt: Neue Osnabrücker Zeitung Redaktion Telefon: 0541/310 207 Original-Content von: Neue Osnabrücker Zeitung, übermittelt durch news aktuell

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