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Neue OZ: Kultur-Kommentar zu Dirk Lauckes Drama "Ultras"

    Osnabrück (ots) - Keine Pädagogik!

    Wie sich doch die Fälle gleichen: Vor wenigen Tagen stand Roberto Ciullis Mülheimer Inszenierung von Fassbinders Skandalstück "Der Müll, die Stadt und der Tod" zur Debatte. Der Zentralrat der Juden in Deutschland und die Jüdische Gemeinschaft Duisburg/Mülheim warfen Ciullis Lesart eben jene fehlende Distanz zum thematisierten Antisemitismus vor, die jetzt auch Dirk Lauckes Drama "Ultras" vorgehalten wird.

    Doch bewusst provokativ gefragt: Wie pädagogisch muss Theater noch werden, um die kritischen Absichten eines Autors politisch einwandfrei verständlich zu machen? Reicht nicht der jeweilige Grundtenor eines Stückes, um Eindeutigkeit herzustellen? Niemand würde auf die Idee kommen, ausgerechnet Laucke Liebäugeln mit antisemitischen Tendenzen zu unterstellen. Aber darf man solche Phänomene nicht einmal mehr darstellen, um ihre Spielarten kenntlich zu machen?

    Weder Giftschrank noch Schultheater bieten eine Alternative zu intelligenter Auseinandersetzung mit der Realität.

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