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Neue OZ: Kommentar zu Papst
Haltung zu Aids

    Osnabrück (ots) - Zu simple Lösungen

    Als Benedikt XVI. auf dem Flug nach Afrika nach seiner Haltung zu Aids und Kondomen gefragt wurde, konnte die Antwort kaum überraschen. Zumindest in einem Punkt ist dem Papst zuzustimmen, auch wenn viele empörte Kritiker dies nicht wahrhaben wollen: Es wäre naiv anzunehmen, allein schon durch das Verteilen von Kondomen ließe sich auf dem Schwarzen Kontinent der Kampf gegen die Aids-Epidemie gewinnen.

    Die Ursachen liegen tiefer. Dazu zählen Armut, Diktaturen und wirtschaftliche Ungerechtigkeit. Und Männer, die Frauen nicht mit Liebe begegnen, sondern sie als bloße Sexualobjekte behandeln. Um die Rate der HIV-Infizierten zu verringern, ist zur Lösung daher mehr gefragt, als das Problem aufs Gummi zu reduzieren: Bildung etwa, bessere Hygiene und Gesundheitsversorgung sowie eine Stärkung der Rechte von Frauen. Die Kirche ist an diesen Ansätzen stark beteiligt.

    Doch die "Der-Papst-hat-immer-recht"-Anhänger haben keinen Grund, stolz auf den Rigorismus zu sein, mit dem Benedikt XVI. seine Position vertritt. Denn die ist gefährlich, weil Kondome Leben retten können. Und weltfremd, wenn Enthaltsamkeit die einzige Alternative ist.

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