Deutscher Philologenverband

Hochschulzugangsberechtigungen nicht wie Discounterware verramschen
Zulassungschaos im Herbst noch nicht abgewendet

Berlin (ots) - Vor einer unkontrollierten Öffnung der Hochschulen für Berufstätige hat der Vorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, Heinz-Peter Meidinger, gewarnt. Anlässlich der Tagung der Kultusministerkonferenz in Stralsund erinnerte er daran, dass Berufstätigkeit nicht per se Studierfähigkeit vermittle. "Studierfähigkeit erfordert nicht nur inhaltliches Wissen, sondern auch hohe methodische Kompetenzen. Wenn sich diese nach einigen Berufsjahren von selbst einstellen würden, könnten wir unsere schulischen Wege zur Hochschulreife alle dicht machen und würden damit viel Geld sparen! Wir dürfen Hochschulzugangsberechtigungen nicht wie Discounterware verramschen!", so Meidinger.

Der Verbandschef betonte, er sei nicht grundsätzlich gegen die Möglichkeit für Berufstätige ohne Abitur, an Hochschulen zu studieren. Ein unkontrollierter Zugang werde aber die Abbrecherquoten noch weiter in die Höhe treiben.

Im Hinblick auf die gestrige Vereinbarung von Bundesbildungsministerium und der Hochschulrektorenkonferenz, bis 2010/11 ein bundesweites Nachrückverfahren zu schaffen, sagte Meidinger, damit sei die Kuh noch lange nicht vom Eis. Wörtlich sagte er: "Einerseits hat man damit offen eingeräumt, dass zum kommenden Wintersemester 2009/10 das neuerliche Zulassungschaos bereits vorprogrammiert ist und andererseits ist jetzt schon klar, dass nicht alle Hochschulen zu einer verpflichtenden Teilnahme bereit sind. Ich fordere die Kultusministerkonferenz auf, ihre Fürsorgepflicht für die künftigen Abiturientinnen und Abiturienten wahrzunehmen und dieses unselige Gezerre zwischen ZVS, Bundesbildungsministerium und Hochschulrektoren zu beenden!"

Die Folgeerscheinungen des Lehrermangels, z.B. die Werbeaktionen einzelner Bundesländer, kommentierte der Verbandschef so: "Die Bundesländer wollten mit der Föderalismusreform ausdrücklich den Wettbewerb zwischen den Ländern. Jetzt haben wir ihn! Wer genügend junge Lehrerinnen und Lehrer als Nachwuchs gewinnen will, muss ihnen nur vernünftige Arbeitsbedingungen und attraktive Berufsperspektiven bieten."

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