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WAZ: Angst darf uns nicht beherrschen - Kommentar von Michael Kohlstadt zur Kriminalitätsstudie

Essen (ots) - Deutschland ist eines der sichersten Länder der Welt. Daran haben weder offene Grenzen, Hunderttausende Flüchtlinge, der weltweite Terrorismus noch die wachsenden sozialen Unterschiede im Land bisher etwas geändert. Geändert aber hat sich die Wahrnehmung, wie die seit 40 Jahren laufende Bochumer Langzeitstudie über das Kriminalitätsempfinden zeigt. Die Forscher sprechen von einer irrationalen Gefahreneinschätzung, die uns mehr und mehr erfasst.

Das Sicherheitsgefühl hat in letzter Zeit spürbar gelitten. Dafür gibt es individuell gute Gründe. Wer Opfer der Kölner Silvester-Übergriffe oder zuhause ausgeraubt wurde, wird sich so schnell nicht mehr sicher fühlen. Vieles aber ist der oft zitierten "German Angst" geschuldet, diesem typisch deutschen Furchtkomplex, den wir nach Mauerfall, Wiedervereinigung und Ende des Kalten Krieges überwunden glaubten. Mag sein, dass wir ordnungsverliebten Deutschen besonders sensibel auf eine zunehmend unsortierte Welt reagieren. Angst muss auch kein schlechter Ratgeber sein, wenn es gilt, Probleme zu lösen. Aber beherrschen lassen sollten wir uns nicht von ihr.

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