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WAZ: Der kalte Atem des Marktes - Kommentar von Frank Meßing zum Milchpreis

Essen (ots) - Milch zählt zu den Grundnahrungsmitteln, die auch einen hohen symbolischen Wert haben. Mit Milch werden Babys gefüttert, Milch enthält wertvolle Nährstoffe. Der ökonomische Wert ist zuletzt allerdings unter die Räder gekommen. Mit 46 Cent kostet der Liter Vollmilch bei Aldi nur einige Cent mehr als ein Liter Premium-Mineralwasser.

Die Landwirte gehen auf die Barrikaden, weil ihnen gerade einmal 20 Cent pro Liter bleiben. 40 Cent brauchen sie, um wirtschaftlich zu überleben. Nachdem die Milchquote weggefallen und die Nachfrage aus China eingebrochen ist, spüren die Bauern den kalten Atem des Marktes. In Zeiten des Überangebots purzeln die Preise ins Bodenlose.

Finanzspritzen des Bundes können die Not der Erzeuger nur vorübergehend lindern. Das Grundproblem lösen Subventionen nicht. Einer der Schlüssel liegt bei den Händlern und ihren Kunden. Wenn Edeka, Aldi und Co. zumindest Grundnahrungsmittel von ihrer aggressiven Rotstiftpolitik ausnehmen und Verbraucher zu höherwertigen Milchprodukten greifen würden, blieben automatisch ein paar Cent mehr bei den Landwirten hängen.

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