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Rheinische Post: Kommentar
Rheinberger Narren auf dem Irrweg = Von Christian Schwerdtfeger

Düsseldorf (ots) - Die widerwärtigen Vorgänge in der Kölner Silvesternacht haben nun auch den Karneval erreicht. Als erste Kommune in Deutschland verzichtet die Stadt Rheinberg auf ihren Rosenmontagszug im Ortsteil Orsoy - mit abstruser Begründung: Die Verantwortlichen befürchten, dass es in ihrem niederrheinischen Kleinod zu ähnlichen Vorkommnissen wie in der Millionenstadt hätte kommen können. Zu viele Flüchtlinge aus Nordafrika lebten bei ihnen. Das ist der falsche Weg. Die Absage ist Wasser auf die Mühlen derjenigen, die immer schon wussten, dass sich Flüchtlinge nicht in unsere abendländische Kultur integrieren lassen. Die Absage ist aber auch ein Pauschalurteil, das allen Flüchtlingen - insbesondere denen aus Nordafrika - unterstellt, potenzielle Straftäter zu sein, die bei Großveranstaltungen nur darauf aus sind, zu stehlen, zu rauben und Frauen zu bedrängen. Dabei ist doch gerade der Karneval mit seiner rheinischen Fröhlichkeit bestens dazu geeignet, Völker zu verbinden - statt sie wie in Rheinberg auszugrenzen. Ein närrisches Sprichwort besagt, dass jeder Jeck anders sei - in Rheinberg darf er aber offenbar nicht zu anders sein.

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