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WAZ: Denkbar schlechte Werbung - Kommentar von Michael Kohlstadt

Essen (ots) - Eingefleischte Gegner des Individualverkehrs können sich ja damit trösten, dass die derzeit vergleichsweise günstigen Spritpreise nur eine vorübergehende Erscheinung sind. Viele Experten gehen jedenfalls davon aus, dass der unter Überproduktion leidende Rohölmarkt sich über kurz oder lang wieder stabilisiert. Bis dahin dürfen sich Autofahrer darüber freuen, dass sie zum Preis eines VRR-Monatstickets zweimal volltanken können.

Aber auch ohne den Vergleich mit dem Sondereffekt niedriger Spritpreise nimmt der öffentliche Nahverkehr Fahrt in eine bedenkliche Richtung auf. Die Kommunen können sich die Finanzierung ihrer Verkehrsbetriebe immer weniger leisten, weil der Querverbund mit den eigenen Versorgungsunternehmen infolge der Umwälzungen auf dem Energiemarkt kaum noch etwas abwirft.

Hinzu kommen die Sünden der Vergangenheit, als man glaubte, sich teure Stadtbahnprojekte leisten zu können, deren Instandhaltung heute Abermillionen verschlingt. Zunehmend werden Bus-und Bahnfahrer zur Kasse gebeten, um die steigenden Kosten abzufangen. All das kann auf Dauer nicht gut gehen. Mobilität muss bezahlbar bleiben. Der Preisaufschlag im Jahrestakt ist eine denkbar schlechte Werbung für den ÖPNV.

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