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WAZ: Ohne soziale Verantwortung - Kommentar von Frank Meßing zur Supermarkt-Fusion

Essen (ots) - Ihre Hoffnung wurde einmal mehr enttäuscht: Wenigstens zu Weihnachten hatten die 16.000 Beschäftigten von Kaiser's Tengelmann mit Gewissheit über ihre Zukunft gerechnet. Doch das Fusionsverfahren zieht sich weiter hin. 15 quälende Monate liegen nun schon hinter den Betroffenen, denen Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub Anfang Oktober 2014 eröffnet hatte, dass er die defizitäre Supermarktkette an Edeka abgeben will.

Sigmar Gabriel scheint sich mit seiner Ministererlaubnis sehr schwer zu tun. Das Kartellamt und die Gewerkschaften sind gegen den Deal, die betroffenen Landesregierungen haben keine einheitliche Linie. Gerichte kassierten allerdings zuletzt einige Beschlüsse der Wettbewerbshüter, die den Konzentrationsprozess im Lebensmitteleinzelhandel rigoros eindämmen wollen.

Die Leidtragenden dieses Machtkampfs sind die Mitarbeiter, die ihr zweites Weihnachtsfest mit Bangen um ihre Zukunft feiern müssen. Das zähe Verfahren ist kein Ruhmesblatt für soziale Verantwortung am Wirtschaftsstandort Deutschland.

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