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WAZ: Sorgen statt Urlaubsidylle. Kommentar von Frank Preuß zu Griechenland

Essen (ots) - Griechenland, das stand jahrzehntelang für Urlaubsidylle. Jetzt steht es für Krise, und die Konsequenzen folgen der Logik des Kunden, der für sich und die Seinen Erholung sucht: Will ich da hin? Es mangelt nicht an Alternativen. Natürlich steckt in jeder Verallgemeinerung Ungerechtigkeit. Gewiss ist weder an den Stränden von Kreta und Korfu, noch am Peloponnes das Chaos ausgebrochen, auch der Terror, der Tausende aus Tunesien vertreibt, spielt hier keine Rolle. Und wer Griechenland den Rücken kehrt, weiß, dass es den Hotelier so sehr trifft wie den Tavernenwirt, das Zimmermädchen, den Taxifahrer und die Souvenirverkäuferin - 20 Prozent des Bruttoinlandsprodukts wird über die Urlauber erwirtschaftet. Es ist wohlfeil, den Touristen nun ins Solidaritätsgewissen zu reden. Wer aber kann es einer Familie verdenken, falls sie nun doch ihre Reisen storniert? Wie fühlt sich das an, wenn man nicht weiß, wie lange der Geldautomat gefüttert wird, ob das Lokal die Kreditkarte akzeptiert oder ob man mit zu viel Bargeld herumlaufen muss? Und wie ist die Stimmung vor Ort? Kann man sich da wohlfühlen, wo es anderen plötzlich schlecht geht? Sorgen haben im Urlaub nichts verloren.

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