Mittelbayerische Zeitung

Mittelbayerische Zeitung: Skepsis bleibt
Kommentar zu Fracking in Deutschland

Regensburg (ots) - Niemand kann Bundesumweltministerin Barbara Hendricks absprechen, dass sie dem Fracking nicht scharfe Grenzen setzen will. Die Frage bleibt, ob ihr Gesetzentwurf wirklich keinerlei Schlupflöcher lässt. Das Papier muss im weiteren parlamentarischen Verfahren penibelst darauf abgeklopft werden. Ansonsten spüren kommerzielle Frackingunternehmen später die Lücken auf. Sie werden ohne Sensibilität für die Umwelt die Chance ergreifen, aus Erdgasvorkommen Profit zu schlagen. Wenn sie sich dabei im Rahmen bestehender Gesetze bewegen, wären sie auch von Landesregierungen kaum zu stoppen. Einen kleinen Türspalt will die Bundesregierung offen lassen: Die wissenschaftliche Erforschung der Fracking-Nebenwirkungen bleibt unter engen Bedingungen erlaubt. Es stellt sich die Frage, ob wirklich etwas erforscht werden muss, von dem durch Negativbeispiele in den USA hinlänglich bekannt ist, dass es im Extremfall verheerende Folgen hat. Andererseits kann es nicht schaden, für Deutschland verlässliche Daten zu erheben - gerade in einer Debatte, die so stark von Ängsten beherrscht ist. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse werden mit Sicherheit die Gefahren des Frackings untermauern. Möglicherweise wird das Verfahren aber auch unter bestimmten Konstellationen als hinnehmbar bezeichnet. Die Skepsis bleibt. Auch "Fracking light" ist nicht wünschenswert. Es gibt bessere und umweltschonende Optionen zur Energiegewinnung.

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