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WAZ: Der Patron und seine Familie. Kommentar von Klaus Wille

Essen (ots) - Ein wenig fühlt man sich an Krimis aus Italien erinnert: Niemand ist wichtiger als die Familie, und wenn einer das anders sieht, dann erhebt der Patron die Stimme und watscht ihn ab. Willkommen beim FC Bayern München.

Es ist großes Theater, das die Bayern da aufführen: Präsident Uli Hoeneß kanzelt Trainer Louis van Gaal derart schroff ab, dass es selbst einen Coach, der nicht so selbstverliebt wie der Niederländer ist, schocken müsste. Daran ändert auch nichts, dass Hoeneß in der Sache richtig liegen dürfte.

Das Widersinnige daran: Die Verbindung van Gaal und Hoeneß steht für eine Erfolgsgeschichte, wie sie die an Titeln so reichen Bayern bisher kaum kannten. Das Double hat man öfter gewonnen, aber wann flogen den Bayern wegen ihrer Spielweise so viele Sympathien zu wie im Frühjahr? Wann schossen zuletzt Eigengewächse wie Thomas Müller in so kurzer Zeit hoch bis in die internationale Klasse?

Uli Hoeneß aber mag Louis van Gaal nicht. Noch weniger kann er ertragen, dass sich da jemand wichtiger nimmt als den Verein, sein Lebenswerk, seine Familie. Deshalb hat er entschieden, die Beziehung zum Trainer schwer zu belasten. Mal sehen, wie lange sie das aushält.

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