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WAZ: Fliehende Zeitbomben - Kommentar von Dietmar Seher

    Essen (ots) - Dicke Mauern helfen nicht immer. Manchmal muss man Sicherheit anders definieren. Sicherheit im Strafvollzug wird auch von Menschen garantiert, die auf- und zuschließen und Wache schieben. Fühlen sie sich gestresst und überfordert, leidet die Sicherheit. Jetzt hat möglicherweise einer von diesen Staatsdienern zwei Kapitalverbrechern zum Ausbruch verholfen.

      Es ist ein schwerwiegender Vorgang, der aus Aachen gemeldet wird.
Heckhoff und Michalski sind schwer bewaffnet. Am Abend suchte die
Polizei in NRW mit Hochdruck. Sie weiß: Die Ausbrecher sind
Zeitbomben.

      Es ist mutig, wenn die NRW-Justizministerin davon spricht, Fehler
eines Beamten seien noch keine des Systems. Der Krankenstand des
Personals in Aachen ist nicht nur hoch. Die Anstalt selbst ist auch
klimatisch problematisch. Experten sehen "mafiöse Strukturen" unter
den Gefangenen. Das ist sogar von der Kommission gerügt worden, die
die Ministerin zur Begutachtung der Anstalten selbst eingesetzt hat.

      Auch wenn die Zahl der Ausbrüche in NRW zuletzt sank: So einfach
kann sich die Politik nicht davonstehlen.

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