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WAZ: Aufsichtsratsvize Wetzel greift Vorstand wegen geplantem Stellenabbau bei Thyssen-Krupp Stahl scharf an

    Essen (ots) - Der geplante Stellenabbau bei Thyssen-Krupp Stahl hat zu großer Verärgerung bei Detlef Wetzel, dem stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden, geführt. "Ich bin empört, das ist eine Ungeheuerlichkeit", sagte Wetzel, der auch stellvertretender Vorsitzender der IG Metall ist, der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ, Freitagausgabe). "Wenn einem nach sechs Wochen Krise nichts anderes einfällt, als 1500 Stellen zu streichen, dann haben wir ein Problem. Dann muss man sich über den Vorstand Gedanken machen." Am Mittwoch wurde bekannt, dass die Stahlsparte des Konzerns im Zuge eines 340 Millionen Euro schweren Sparprogramms auch Arbeitsplätze abbauen will. "Das Unternehmen befindet sich nicht in einer Notsituation. Es ist hochprofitabel und hat Milliardengewinne gemacht. Da ist Arbeitsplatzabbau moralisch nicht zu rechtfertigen", sagte Wetzel weiter. In einem Brief an den Vorstandsvorsitzenden der Stahlsparte, Karl-Ulrich Köhler, drückt Wetzel ebenfalls seinen Unmut aus. "Ich weise Sie in aller Form darauf hin, dass dieses Vorgehen von mir nicht akzeptiert wird", schreibt Wetzel. Der Brief liegt der WAZ vor. Wetzel geht in dem Schreiben auch auf die bisherigen Gepflogenheiten innerhalb des Aufsichtsrates ein, die er nun offenbar außer Kraft gesetzt sieht. "Eine solche wichtige strategische Entscheidung bedarf einer Diskussion im Aufsichtsrat, bevor dies öffentlich bekannt gemacht wird." Wetzel weist auch darauf hin, dass im Aufsichtsrat bislang nicht über Personalabbau diskutiert worden sei. Er vermutet, dass der geplante Stellenabbau vor allem auch mit Blick auf die Aktionäre vollzogen werden könnte. "Die Aktionäre dürfen nicht auch noch von der Krise profitieren. Jetzt muss alles getan werden, um Beschäftigung zu sichern und Entlassungen in 2009 zu verhindern", sagte er.

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