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Märkische Oderzeitung: Die Märkische Oderzeitung (Frankfurt (Oder) meint zum Unwort des Jahres "Lügenpresse"

Frankfurt/Oder (ots) - Die Sudler sollten ihre Dummheit an etwas anderm auslassen, als an der deutschen Sprache", befand Schopenhauer überhaupt nicht altersmilde in seinem Spätwerk. Und so ist es. Wer nicht weiß, was er sagt, sollte es lassen. Nun ist das "Unwort des Jahres" weder der Nobelpreis für Medizin noch olympisches Gold. Es ist ein Zeitzeichen, eine gesellschaftliche Momentaufnahme - und so sollte es eingeordnet werden. Dass die Darmstädter Sprachwissenschaftler in diesem Jahr für den polarisierenden Begriff votierten, ist ein politisches Statement. Sie entscheiden nämlich nicht nach der Zahl der Einsendungen, sondern unabhängig. Das haben sie gut gemacht. Schließlich steht der Begriff beispielhaft für viele andere, die die Gegner von Demokratie, Toleranz und Meinungsfreiheit unters Volk zu streuen versuchen. Es liegt an jedem selbst, welcher Sprache er sich bedient. Und auch, wo er sich zum Mitläufer macht. Wenn bei den "Pegida"-Demonstrationen in Dresden ein paar Rechte "Lügenpresse, halt die Fresse!" skandieren, muss man nicht einstimmen.

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