Paritätischer Wohlfahrtsverband

Wertedebatte im Sozialen: Bundesfamilienministerin und Hauptgeschäftsführer des Paritätischen fordern neue Wertediskussion um Mensch und Ökonomie

Berlin (ots) - Anlässlich der Präsentation seines neuen Buches "Mehr Mensch! Gegen die Ökonomisierung des Sozialen" (Westend Verlag 2014) forderte Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen, eine breite Wertediskussion im sozialen Bereich. Volkswirtschaftliche Verwertungslogik dürfe nicht länger Maßstab des Sozialen sein. Stattdessen müsse soziale Arbeit ein neues Selbstbewusstsein entwickeln und den "kalten Ökonomismus" in seine Schranken verweisen. Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig, die das Buch am Mittwoch in Berlin vorstellte, unterstrich die Notwendigkeit einer neuen Balance von Ökonomie und sozialer Gerechtigkeit und lobte das Buch als wichtigen Beitrag zur richtigen Zeit.

"In den vergangenen Jahrzehnten ist die Ökonomisierung in Bereiche unserer Gesellschaft eingedrungen, in denen es früher nicht vorkam. Nicht nur in der Wohlfahrtspflege, sondern auch in die Kultur, in die Bildung, in die Politik. Diesen Trend kann und muss man kritisch sehen", betonte Familienministerin Manuela Schwesig. "Wir stehen am Anfang einer neuen Balance von Gerechtigkeit und Ökonomie. Darüber müssen wir nachdenken und diskutieren."

Scharfe Kritik übte der Autor Ulrich Schneider an Strukturen, in denen Menschen nur noch als Objekt betriebswirtschaftlicher Verrichtungen, als Renditefaktoren oder Humankapital eine Rolle spielten. "Spätestens mit der Wende hat sich die neoliberale Wirtschaftslogik kalt über das Land ausgebreitet. Auch vor Pflege, Erziehung und selbst der Familie macht der Ökonomismus keinen Halt mehr", so Ulrich Schneider. "Geld regiert die Welt und das müssen wir dringend ändern."

Schwesig und Schneider sprachen sich für eine neue Wertedebatte im Sozialen aus. Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit, so die Ministerin, seien geradezu selbstverständlich, "doch Maßstab bleibt der Mensch".

Schneider versteht sein Buch nicht nur als einen Appell an die Politik, sondern vor allem an die Sozialbranche selbst: "Es geht um ein neues Selbstbewusstsein und die Entwicklung einer eigenen Ethik im Sozialen, die den Menschen kompromisslos in den Mittelpunkt stellt.

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