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Lübecker Nachrichten: Rutschgefahr: Polizei im Norden hat kein Geld für Winterreifen

    Lübeck (ots) - Das derzeitige Winterwetter droht für die Polizei im Norden zum ernsthaften Problem zu werden: Die Streifenwagen sind aus Kostengründen nur mit Allwetterreifen ausgestattet. Das berichten die "Lübecker Nachrichten" (Silvester-Ausgabe). Massive Kritik kommt von der Gewerkschaft der Polizei (GdP) und dem Automobilclub ADAC im Norden.

    Nach dem Wintereinbruch vergangene Woche hatten die Beamten bei Einsätzen mit den widrigen Straßenverhältnissen zu kämpfen: "Der Schnee legte sich wie Walzen um die Reifen. Wir kamen kaum von der Stelle, ohne das der Bulli ausbrach", klagen Lübecker Polizisten. Beamte aus Segeberg schimpfen: "Es ist unzumutbar, wenn man im ländlichen Raum über vereiste oder ungeräumte Straßen zu Einsätzen fahren soll und man nur im Schritttempo vorankommt."

    Oliver Malchow, Landesvorsitzender der GdP, kennt das Problem der Kollegen im Streifendienst. "Früher hatten wir eigene Sätze Sommer- und Winterreifen, die aus Kostengründen aber in Ganzjahresreifen umgerüstet worden sind", sagt Malchow. Seit 2004 hat das Kieler Innenministerium den eigenen Fuhrpark sukzessive abgebaut, stattdessen landesweit 1400 Leasingfahrzeuge mit Allwetterreifen angeschafft. Gleichzeitig wurden die polizeieigenen Werkstätten geschlossen, in denen zuvor die Pneus gewechselt worden waren. "Es gibt keine zwei Meinungen, dass Winterreifen bei Schnee und Eis deutlich besser sind", sagt der Gewerkschafter.

    Unterstützung bekommt der GdP-Chef vom ADAC im Norden: "Die Streifenwagen müssen sofort, noch in diesem Winter, mit bestmöglichen Reifen ausgestattet werden", fordert Ulf Evert vom Automobilclub in Kiel. Allwetterreifen seien nichts Halbes und nichts Ganzes: "Diese Pneus sind etwas für Autofahrer, die ihr Fahrzeug im Winter kaum bewegen, bestenfalls mal zum Einkaufen fahren wollen - ganz sicher aber nichts für den Dauereinsatz der Polizei", sagt Evert.

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