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Mitteldeutsche Zeitung: Waffenrecht
Angehörige von Winnenden halten Verschärfung des Waffenrechts für nicht ausreichend

    Halle (ots) - Die Angehörigen der Opfer des Amoklaufes von Winnenden halten die geplante Verschärfung des Waffenrechts für nicht ausreichend. Das betonte der Vorsitzende des Aktionsbündnisses Amoklauf Winnenden, Hardy Schober, gegenüber der in Halle erscheinenden "Mitteldeutschen Zeitung" (Freitag-Ausgabe). Er hat beidem Amoklauf eine Tochter verloren. "Dass  etwas getan wird, ist ja gut. Aber unsere Forderungen sind damit nicht erfüllt", sagte Schober.  "Wir fordern ein generelles Verbot großkalibriger  Waffen. Und wir fordern, dass Faustfeuerwaffen - egal welchen Kalibers - nicht mehr in privaten Haushalten herumliegen, sondern dass sie in den Schützenvereinen eingeschlossen werden. Wenn ich Reitsport ausübe, nehme  ich mein Pferd auch nicht mit nach Hause, sondern lasse es im Stall. So soll es auch bei den Schützen sein." Das Vorhaben der Großen Koalition sei "Kosmetik, weil die Öffentlichkeit etwas fordert. Aber wir sind dadurch nicht befriedigt. Waffen haben zu Hause nichts zu suchen. Sie sind allein der Polizei, der Justiz und dem Militär vorbehalten."

    Auf die Frage, warum es nicht zu einschneidenden Verschärfungen kommen wird, entgegnete der Vorsitzende des Aktionsbündnisses: "Das ist die Bundestagswahl. Das ist doch sonnenklar. Die Parteien wollen niemanden vergrätzen. Deshalb machen sie so einen kurzen Schnellschuss. Eine richtige Verschärfung des Waffenrechts trauen sie sich nicht, weil sie vor 1,5 Millionen Schützen in Deutschland in die Knie gehen. Vor den 80 Millionen Bundesbürgern, die keine Waffen haben, hat man im Moment keine Achtung mehr." Er sei darüber "enttäuscht und traurig".

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