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Lausitzer Rundschau: Etwas Leben in der Bude Aigner stellt sich gegen Seehofer

Cottbus (ots) - Einmal davon abgesehen, dass der Vorschlag der bayerischen Wirtschaftsministerin Ilse Aigner, die Energiewende künftig auf Pump zu finanzieren, eine überaus heikle Lösung des Kostenproblems wäre, so hat die Idee doch einen charmanten Nebeneffekt: Endlich kommt etwas Leben in die bayerische Bude. Endlich hat sich mal jemand unverhohlen gegen den Ministerpräsidenten des Freistaates und CSU-Vorsitzenden Horst Seehofer gestellt. Mit allen Risiken und Nebenwirkungen. Seehofer hat in den vergangenen Monaten seine Partei und sein Personal nach Gutsherrenart regiert. Wie auf einem Schachbrett wurden von ihm mögliche Nachfolger gegeneinander in Stellung gebracht. Oder öffentlich abgekanzelt und abserviert. Aigner ist deshalb zunächst kokett aus der Deckung gekommen - um dann doch wieder eine Art Rückzieher zu machen. Das ist nicht verwerflich. Denn ihr Ziel hat sie mit ihrer anfänglichen Meuterei durchaus erreicht. Seehofer weiß nun, dass in der CSU die Phase der Emanzipation begonnen hat. Die Loslösung vom übermächtigen Vorsitzenden nimmt ihren Lauf. Und das bereits mit Wirkung: Um die Klausurtagung der Landesgruppe im Bundestag in Kreuth hat der CSU-Chef ja erst einmal vergrätzt einen Bogen gemacht. Aigner weiß überdies nur zu gut: Wer zuerst zuckt, wenn es um die Nachfolge Seehofers geht, wer sich zu früh zu laut in Stellung bringt, der läuft Gefahr, auch als Erster zu scheitern. Deswegen muss die frühere Bundesministerin, die mit dem Anspruch zurück nach München gegangen ist, dort auch irgendwann das Zepter in der Staatskanzlei zu übernehmen, jetzt weiter gegenüber dem Parteichef die eine oder andere klare Marke setzen. Hält sie das mutig durch, könnten die Freischwimmübungen am Ende tatsächlich von Erfolg gekrönt sein.

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