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Lausitzer Rundschau: 40 Jahre nach dem Kniefall von Willy Brandt in Warschau: Eine große Tat

Cottbus (ots) - Er gehört noch zur Geschichte der alten, der westlichen Bundesrepublik, dieser Kniefall vor 40 Jahren von Willy Brandt in Warschau. Aber in dieser Geschichte der alten BRD hat er solch herausragende Bedeutung, dass es gut tut, ihn auch in Ostdeutschland etwas näher zu betrachten. 25 lange Jahre waren 1970 vergangen, in denen die junge Generation des Westens vergeblich gehofft hatte, dass die Eltern sich endlich der geschichtlichen Verantwortung stellen, die aus den Verbrechen der Nazi-Herrschaft herrührt. Spät, fast schon zu spät und stellvertretend von dem Emigranten Willy Brandt kam sie an jenem Dezembertag - als Geste der Demut gegenüber den Millionen polnischer Juden, die ermordet worden waren. Endlich und für viele junge Menschen so lange erwartet, kam diese Tat, mit der sich Deutschland der Wahrheit näherte. Bei den Älteren war sie freilich hoch umstritten und wurde mehrheitlich abgelehnt. Abgelehnt wurde sie auch deshalb, weil sie von einem Mann kam, der seiner frühen Flucht aus Nazi-Deutschland wegen umstritten war. Er habe ja keine Ahnung gehabt im Exil, was es bedeutete, in der Diktatur zu leben. Dabei war der Kniefall von Warschau nur glaubwürdig von einem, der selbst nicht verstrickt war. Bundeskanzler Willy Brandt, der sich weder Hitler noch Stalin unterwerfen mochte, der immer die Freiheit als oberstes Ziel jeder Politik verstand, war genau deswegen einer der wenigen seiner Generation, der das Knie in Würde beugen konnte und sich dafür weltweit Respekt erwarb. Sein exemplarischer Umgang mit dem Grauen der Vergangenheit soll auch heute Vorbild sein für das inzwischen wieder vereinte Deutschland.

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