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Lausitzer Rundschau: Anklage gegen Vater des Amokläufers von Winnenden
Notwendiger Prozess

    Cottbus (ots) - Der Vater des Amokläufers von Winnenden soll sich vor Gericht verantworten. Dass seine großkalibrige Pistole, mit der sein Sohn 15Menschen tötete, unverschlossen im Kleiderschrank lag, bringt ihm den Vorwurf der fahrlässigen Tötung ein. Juristisch wäre es auch möglich gewesen, die Sache ohne Öffentlichkeit mit einem Strafbefehl zu beenden. Die zuständige Generalstaatsanwaltschaft hat nun angeordnet, Anklage zu erheben. Wird diese vom Gericht zugelassen, kommt es zum Prozess. Dabei geht es nicht darum, ob und in welchem Maße der Vater des Todesschützen bestraft wird. Wichtig ist es, auch vor den Augen der Öffentlichkeit, alle Möglichkeiten zu nutzen, um Hintergründe der Tat aufzuklären. Die Angehörigen der Opfer haben verständlicherweise um diese Aufklärung gekämpft. Denn immer wieder gelangten in den vergangenen Jahren nachlässig aufbewahrte Schusswaffen in die Hand von Amokschützen. Eine Verschärfung des Waffenrechtes hat daran nichts geändert. Niemand ist in der Lage, die Einhaltung dieser Vorschriften angesichts Tausender Sport- und Jagdwaffen in Privathand wirksam zu kontrollieren. Ein Strafverfahren gegen den Vater des Amokschützen von Winnenden kann privaten Waffenbesitzern ihre Verantwortung deutlicher vor Augen führen als viele mahnende Worte von Politikern. Den Hinterbliebenen der Opfer hilft es, weiterzuleben.

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