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Lausitzer Rundschau: Cottbuser Ausstellung "Born in the GDR" Gefährliche Kunst

    Cottbus (ots) - Und noch eine Veranstaltung zum 20.Jahrestag der Wende: Das Cottbuser Stadtmuseum eröffnet am heutigen Mittwoch die Ausstellung "Born in the GDR - Jugendkultur in den 1980er-Jahren". Vorweg: Es gibt wahrlich langweilige Akte der Erinnerung, diese Ausstellung gehört nicht dazu. Das liegt an der Kraft, die von den Exponaten ausgeht. Zentraler Gegenstand der Exposition ist die Cottbuser Musikgruppe Sandow, die es gegen Ende der DDR zu einiger Berühmtheit als eine der "anderen Bands" gebracht hatte. Davon erzählte unter anderem der Dokumentarfilm "Flüstern & SCHREIEN". Sandow wollte keine glattgebügelte Kunst machen, sondern sich ausprobieren, austoben dürfen. Allein solch ein Gedanke barg ja etwas Subversives, wie viele Musiker wurde Sandow also argwöhnisch beobachtet. Zumal die Musiker gern gemeinsame Sache mit anderen Künstlern wie dem unbequemen Hans Scheuerecker machten. Da war dann ziemlich viel Kreativität auf einem Haufen, oft nicht zu verstehen, also irgendwie gefährlich. Die Ausstellung will zeigen, dass gerade auch die Entwicklung einer alternativen Jugendkultur viel dazu beitrug, das starre System Sozialismus in der DDR zum Wanken und zum Einsturz zu bringen. Aus eigentlich rein kulturellen Interessen entstanden politische Reibungen, die immer stärker wurden. Zudem: Wenn im Partei-Organ nicht die Wahrheit steht, müssen Künstler den Mund aufmachen. Und so wurden Kunst und Kultur immer politischer, es gab immer mehr Bereiche, die der offiziellen politischen Linie nicht mehr folgen mochten. Am Ende sollten die Oberen in einem Punkt recht behalten: Da sie sie nicht aushalten konnten, war ihre Angst vor Kunst und Künstlern durchaus berechtigt.

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