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Geigerin Julia Fischer: "Ich will unbedingt Kinder, dafür lebt man doch eigentlich"

Hamburg (ots) - Die Geigerin Julia Fischer, 25, Deutschlands jüngste Professorin, verteidigte im ZEITmagazin den Starkult der Klassikmusikindustrie. "Man kann sich nicht ständig darüber beschweren, dass nur alte Leute ins Konzert gehen, und sich am nächsten Tag weigern, im Fernsehen aufzutreten", sagte Fischer, die vor Kurzem zum Universal-Label Decca gewechselt ist. "Es gibt Leute, die in eine belanglose Fernsehshow gehen und in drei Minuten am Flügel die Welt verzaubern. Wegen Anna Netrebko sind Leute Opernfans geworden, die vorher nie darüber nachgedacht haben, in die Oper zu gehen!"

Fischer, die am 20. Januar 2009 bei der internationalen Musikmesse in Cannes als "Instrumentalkünstlerin des Jahres 2008" mit dem "Midem Classical Award" ausgezeichnet wird, sagte dem ZEITmagazin, George W. Bush habe bei ihrem Konzert beim G-8-Gipfel in Heiligendamm aufmerksam zugehört, obwohl es "wohl eine ungewohnte Situation für ihn" gewesen sei. "Als er nach dem ersten Satz Mendelssohn klatschte, wurde er von seinem Sitznachbarn darauf aufmerksam gemacht, dass es noch nicht der rechte Zeitpunkt ist. Es hat ihn aber nicht weiter gestört."

Bei der Debatte "Karriere und Kinder" würde ihr immer ein bisschen schlecht, sagte die Musikerin: "Ich will unbedingt Kinder, dafür lebt man doch eigentlich. Dieser Gedanke ist in unserer Gesellschaft verloren gegangen. Wenn ich eines Tages Kinder in die Welt setze, werde ich ganz sicher die Karriere zurückschrauben, auch wenn ich auf gar keinen Fall aufhören werde zu arbeiten."

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Das komplette ZEIT-Interview der ZEIT Nr. 52 vom 17. Dezember 2008
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