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Lausitzer Rundschau: Berlin boykottiert erstmals eine UN-Konferenz Schlechte Entscheidung

    Cottbus (ots) - Die Bundesregierung mag sich bestätigt fühlen: Der iranische Präsident Ahmadinedschad hat auf der internationalen Genfer Konferenz gegen Diskriminierung seine anti-israelischen Ausfälle bekräftigt. Viele Delegierte verließen daraufhin den Saal. Deutschland hatte einen solchen Eklat befürchtet. Deshalb nahm man offiziell erst gar nicht an dem Treffen teil und ist nun fein raus. Doch ist dem wirklich so? Zweifel sind angebracht. Das Treffen in der Schweiz geht nicht auf eine Initiative finsterer Diktatoren zurück. Veranstalter sind die Vereinten Nationen. Und es ist das erste Mal, dass Deutschland eine große UN-Konferenz boykottiert. Damit schadet Berlin auch dem Ansehen der Vereinten Nationen. Kein Zweifel, die Freundschaft zu Israel ist in unserem Land zu Recht Staatsdoktrin. Das ergibt sich schon aus der unseligen braunen Vergangenheit. Diese politische Grundachse kann aber nicht bedeuten, sich einem eigenständigen Handeln zu entziehen. Mit einem demonstrativen Auszug aus dem Saal hätte Deutschland zweifellos ebenso gut gegen die Hass-Triaden Ahmadinedschads protestieren können. Wer jedoch den Konflikt von vorn herein meidet, der muss sich den Vorwurf gefallen lassen, dass er die UN-Bühne denen überlässt, die sie für ihre israel-feindlichen Verbal-Attacken instrumentalisieren. Um Einfluss auf Beschlüsse nehmen zu können, muss man mitreden - das gilt ganz besonders für die Vereinten Nationen.

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