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Lausitzer Rundschau: Hessische SPD-Abgeordnete Metzger behält ihr Mandat Ein schwerer Gang

    Cottbus (ots) - Es hatte schon etwas von Klassenkeile, wie Mitglieder der hessischen SPD in den vergangenen Tagen verbal auf die Landtagsabgeordnete Dagmar Metzger einprügelten. Weil die partout auf ihrem Standpunkt beharrte, eine Minderheitsregierung von SPD und Grünen mit Unterstützung der Linken könne und werde sie nicht mittragen. Umso wohltuender war da die Unaufgeregtheit, mit der SPD-Bundestagsfraktionschef Peter Struck gestern die Entscheidung der Darmstädter Sozialdemokratin kommentierte, ihr Mandat trotz massivster Kritik zu behalten: Es sei richtig, dass Parlamentarier ihrem Gewissen folgten, sagte Struck - und niemand könne ein SPD-Mitglied aus der Fraktion ausschließen, wenn es einmal eine andere Ansicht vertrete. Das gilt auch, ließe sich hinzufügen, wenn durch diese Entscheidung einer einzelnen Parlamentarierin die große Strategie der (Landes-)Parteispitze torpediert wird - was im Übrigen nur zeigt, auf welch tönernen Füßen die Pläne der SPD-Landeschefin Andrea Ypsilanti wirklich standen, sich mit den Stimmen der Linken zur Ministerpräsidentin wählen zu lassen. Freilich: Zur strahlenden Heldin taugt Dagmar Metzger ebenso wenig wie zum Prügelknaben. Dazu hat sie selbst zu viele Fehler gemacht, zuvorderst den, lieber in den Urlaub zu fahren, als in der Fraktion zu einem Zeitpunkt für ihre Position zu werben, als noch nichts entschieden war. Hätte die Darmstädterin das schon an dieser Stelle mit der gleichen Unerschütterlichkeit getan - ihrer Partei wäre wohl eine bittere Blamage erspart geblieben. Metzgers Kollegen werden sich das ganz sicher merken. Die Darmstädterin geht einen schweren Gang.

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