Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM)

Langzeitarbeitslosigkeit
Die Bundesregierung kämpft gegen ihre eigenen Fehler

Berlin (ots) - Zu viele Menschen sind mehr als zwölf Monate am Stück arbeitslos. Das hat auch die Bundesregierung erkannt und versucht nun etwas für die derzeit rund 1,1 Millionen Langzeitarbeitslosen zu tun. Die Bundesarbeitsministerin wird daher voraussichtlich in Kürze ein Maßnahmenpaket vorstellen. Laut Presseberichten sind darin unter anderem Vorschläge zu einem sogenannten Passiv-Aktiv-Transfer enthalten. Zudem sollen die Ausweitung der Zahl der Fallmanager in den Arbeitsagenturen sowie eine stärkere Akquisition von Stellenangeboten angekündigt werden. Diese Vorschläge haben gemeinsam, dass sie an den Symptomen herumdoktern, ohne die Auslöser von Langzeitarbeitslosigkeit zu bekämpfen.

Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) hat in einer Kurzbewertung für die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) die voraussichtlichen Reformvorschläge analysiert und bewertet. Das Ergebnis ist für Hubertus Pellengahr, Geschäftsführer der INSM, ernüchternd: "Statt die bestehenden Beschäftigungsmöglichkeiten von unnötigen Regulierungen zu befreien und Einstiegschancen - zum Beispiel über Zeitarbeit - zu erleichtern, werden alte und teure Programme neu aufgelegt. Die Regierung könnte reale Jobs schaffen, wenn sie die Rahmenbedingungen für flexible Beschäftigung verbessern würde".

Die Ergebnisse des IW kurz zusammengefasst:

Regierungsvorschlag: 
Passiv-Aktiv-Transfer 
INSM-Bewertung: 
Das könnte zur faktische Übernahme Arbeitsloser in den Staatsdienst 
führen. 
Regierungsvorschlag: 
Mehr Stellenangebote akquirieren 
INSM-Bewertung: 
Ob dadurch tatsächlich neue Stellen entstehen, ist äußerst fraglich. 
Wahrscheinlicher ist vielmehr, dass die stärkere Vermittlung durch 
die Job-Center auf Kosten anderer Arbeitsuchender geht, die sich 
eigeninitiativ bewerben. 
Regierungsvorschlag: 
Mehr Fallmanager 
INSM-Bewertung: 
Ein Schritt in die richtige Richtung, wobei sicherzustellen ist, dass
die erhöhten Kapazitäten auch in eine höhere Kontaktdichte umgesetzt 
werden. 

Die vollständige IW-Kurzbewertung finden Sie unter www.insm.de/presse

Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft ist ein überparteiliches Bündnis aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Sie wirbt für die Grundsätze der Sozialen Marktwirtschaft in Deutschland und gibt Anstöße für eine moderne marktwirtschaftliche Politik. Die INSM wird von den Arbeitgeberverbänden der Metall- und Elektro-Industrie finanziert.

Pressekontakt:

Pressesprecher INSM: Florian von Hennet, Tel. 030 27877-174;
hennet@insm.de

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