ZDB Zentralverband Dt. Baugewerbe

Standort Deutschland muss konkurrenzfähig werden
Frauenrath fordert Deregulierung des Arbeitsmarktes und bessere Rahmenbedingungen.

    Berlin (ots) - "Angesichts der Standortpolitik der Bundesregierung
können wir nur mit sorgenvoller Miene Richtung Osten auf die
Erweiterung der Europäischen Union blicken; denn das deutsche
Baugewerbe kann den schlechten Standortbedingungen in Deutschland
nicht entfliehen." Dies sagte heute der Präsident des
Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes, Arndt Frauenrath,
anlässlich der Eröffnung des Deutschen Baugewerbetages 2001 in
München. "Gerade die deutsche Arbeitsmarktpolitik wird von der
EU-Kommission vernichtend beurteilt."
    
    Höhepunkt der Regulierungswut der rot-grünen Bundesregierung ist
nach Ansicht des ZDB-Präsidenten die jüngste Novellierung des
Betriebsverfassungsgesetzes. Die hohe Arbeitslosigkeit in Deutschland
ist insbesondere Ausdruck der Verkrustungen des Arbeitsmarktes.
    
    Auch am Bau mussten in den vergangen 5 Jahren mehr als ein halbe
Million Arbeitsplätze abgebaut werden. Die Probleme der Bauwirtschaft
können über die Sozial- und Tarifpolitik nicht mehr gelöst werden.
    
    Die mit der EU-Osterweiterung nach Deutschland strömenden
Unternehmen können ihre Leistungen nämlich fast konkurrenzlos
anbieten, weil sie von den Löhnen und Sozialkosten her gesehen, nur
Bruchteile der Belastungen heimischer Unternehmen haben. Frauenrath
forderte deshalb die Politik auf, den Standort Deutschland so
attraktiv zu machen, dass er in einem internationalen
Standortwettbewerb konkurrieren und gut bestehen kann. "Deutschland
braucht radikale Reformen. Unser Land braucht dringend die Rückkehr
zu einer wohl verstandenen sozialen Marktwirtschaft. Der Staat muss
sich auf seine Kernaufgaben konzentrieren." Dazu zählt Frauenrath
auch die konsequente Konsolidierung der öffentlichen Haushalte z.B.
über den Abbau konsumtiver und administrativer Ausgaben und
Subventionen.
    
    Der ZDB-Präsident gibt zu bedenken, dass das Baugewerbe nicht mit
Lohnkosten aus illegaler Beschäftigung, unter 10 DM Stundenlohn,
ernsthaft konkurrieren kann. Gleichzeitig erteilte er der IG BAU für
die Lohnrunde 2002 eine deutliche Absage für Lohnerhöhungen.
    
    Dennoch bietet die EU-Osterweiterung nach Ansicht des Deutschen
Baugewerbes auch Chancen für die Bauwirtschaft. Die grundlegenden
Freiheiten des Binnenmarktes bilden die Grundlage für wirtschaftliche
Prosperität und Wohlstand, nicht nur in Deutschland. Da rund 70 % des
deutschen Exports in die Europäische Union gehen, ist der freie
Warenverkehr in Europa für die Wirtschaft von eminenter Bedeutung.
Mit der Erweiterung der EU erschließt sich ein neuer Markt mit über
100 Millionen Konsumenten und Produzenten. In den Grenzregionen
eröffnet die Osterweiterung zunächst die größeren Chancen; sie birgt
hier zugleich aber auch höhere Risiken als in der übrigen EU. Der
Erweiterungsprozess muss daher politisch abgefedert werden. Die von
der EU-Kommission vorgeschlagenen Übergangsfristen für einige
Branchen, auch für das Baugewerbe, sind zu kurz, "aber sie sind
besser als gar nichts".
    
    Frauenrath forderte seine Unternehmerkollegen auf zu kämpfen: "Nur
wer bereit ist, alles bisherige auf den Prüfstand zu stellen, wird
wieder festen Boden unter die Füße bekommen." Der verschärfte
Preiswettbewerb zwingt zur Ausschöpfung aller Möglichkeiten der
Kostensenkung in den Betrieben, um international konkurrenzfähig zu
sein. Rationalisierungspotenziale bei Material und Löhnen sind
weitgehend ausgereizt, aber in der Rationalisierung der Geschäfts-
und Logistikprozesse und im Baustellenmanagement liegen noch
Kostenpotenziale, die es zu nutzen gilt.
    
    Darüber hinaus ist der Abbau nicht rentabler Arbeitsplätze das
zwingende Gebot der Stunde - so hart jede einzelne
Personalentscheidung auch sein mag. Die Opfer sind vor allem
minderqualifizierte Arbeitskräfte. Der verstärkte Einsatz von
Subunternehmern - auch aus dem europäischen Ausland - zur Sicherung
einer wettbewerbsfähigen Mischkalkulation ist die unausweichliche
Folge. Heimische Arbeitskräfte werden in letzter Konsequenz nur noch
hoch qualifizierte Arbeitsplätze mit entsprechenden Anforderungen an
handwerklich-technisches Können besetzen.
    
    Frauenrath forderte die Bauunternehmer daher auf, weiterhin
Lehrlinge auszubilden. Denn: "Wir brauchen hoch qualifizierte
Mitarbeiter. Ohne diese werden wir nicht in der Lage sein,
Bauleistungen auf höchstem Niveau abzuliefern. Daher müssen wir
weiterhin Lehrlinge ausbilden. Investitionen in unseren
Berufsnachwuchs sind Investitionen in die Zukunft unserer Betriebe."
    
ots Originaltext: ZDB Zentralverband des Deutschen Baugewerbes
Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de

Verantwortlich für Presse-
und Öffentlichkeitsarbeit:
Dr. Ilona K. Klein
Zentralverband des
Deutschen Baugewerbes
Kronenstraße 55-58
D-10117 Berlin-Mitte
Telefon 030 / 2 03 14-408
Telefax 030 / 2 03 14-420
http:/ / www.zdb.de
e-mail: presse@zdb.de

Original-Content von: ZDB Zentralverband Dt. Baugewerbe, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: ZDB Zentralverband Dt. Baugewerbe

Das könnte Sie auch interessieren: