Wissenschaftliches Institut der AOK

Erkältungswelle verantwortlich für steigenden Krankenstand

Erkältungswelle verantwortlich für steigenden Krankenstand
Akute Infektionen der oberen Atemwege (ICD J00-J06) nach Landkreisen, Arbeitsunfähigkeitsfälle je 100 AOK-Mitglieder, erstes Quartal 2015. Quelle: Wissenschaftliches Institut der AOK (WIdO) / Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/32063 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung ...

Berlin (ots) - Krankheitsbedingte Fehlzeiten haben in der deutschen Wirtschaft im letzten Jahr erneut leicht zugenommen, wie das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) mitgeteilt hat. Der Krankenstand stieg bei den knapp 12 Millionen AOK-versicherten Arbeitnehmern im Jahr 2015 im Vergleich zum Vorjahr von 5,2 auf 5,3 Prozent. "Insbesondere Atemwegserkrankungen sind für die Zunahme der Fehlzeiten im vergangenen Jahr verantwortlich. Diese haben im Vergleich zum Jahr 2014 um 20,2 Prozent zugenommen. Nahezu jeder Dritte war dabei mindestens einmal im Jahr 2015 aufgrund einer Atemwegserkrankung arbeitsunfähig", so Helmut Schröder, stellvertretender Geschäftsführer des WIdO.

Während andere Krankheitsarten 2015 mehrheitlich rückläufig waren, haben Atemwegserkrankungen die Fehlzeiten der Arbeitnehmer deutlich ansteigen lassen. Eine durchschnittliche Krankschreibung in der Gruppe der Atemwegserkrankungen dauerte dabei 6,6 Tage.

Innerhalb der Gruppe der Atemwegserkrankungen sind es vor allem die "Akuten Infektionen der oberen Atemwege" und somit die klassische Erkältung, die den Krankenstand nach oben getrieben haben. "Die Erkältungswelle im Jahr 2015 ist vor allem in den ersten drei Monaten des Jahres aufgetreten. Die Anzahl der erkältungsbedingten Krankschreibungen war im Februar besonders hoch und lag in diesem Monat 80 Prozent über dem durchschnittlichen Wert der zehn Vorjahre", sagte Helmut Schröder, stellvertretender Geschäftsführer des Wissenschaftlichen Instituts (WIdO). Die typischen Symptome einer Erkältung sind Husten, Schnupfen, Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Entfielen im Jahr 2014 aufgrund einer akuten Infektion der oberen Atemwege rein rechnerisch auf 100 AOK-Mitglieder 28,2 Arbeitsunfähigkeitsfälle, so waren es 2015 bereits 34,9 Fälle. Dies entspricht einer Steigerung von 23,5 Prozent. Die Fallzahlen sind höher als jemals zuvor in den vergangenen zehn Jahren. Dahingegen entfielen auf Grippeviren, die eine lang andauernde schwere Erkrankung hervorrufen und eher selten auftreten, nur 2,8 Fälle je 100 Mitglieder im Jahr 2015.

Arbeitnehmer mit Berufen, in denen viel Kontakt mit Menschen besteht, weil man beispielsweise in einem Großraumbüro arbeitet - wie etwa Callcenter-Mitarbeiter im Dialogmarketing oder viele Kundenkontakte pflegt wie in der Kinderbetreuung und -erziehung - scheinen besonders gefährdet zu sein. Diese Beschäftigen sind auffallend oft von akuten Erkältungskrankheiten betroffen.

Bei den erkältungsbedingten Arbeitsunfähigkeiten zeigen sich große regionale Unterschiede. Besonders betroffen waren Regionen in Baden-Württemberg und in der westlichen Mitte Deutschlands während der Nordosten weniger betroffen war. Betrachtet man das erste Quartal 2015, waren auffallend viele Krankschreibungen aufgrund der Erkältungswelle im Ostalbkreis (24,7 Fälle je 100 Mitglieder), im Kreis Marburg-Biedenkopf und Tuttlingen (jeweils 24 Fälle je 100 Mitglieder) sowie in Koblenz und im Vogelsbergkreis (jeweils 23,5 Fälle je 100 Mitglieder) zu beobachten. In diesen Kreisen hat die Erkältungswelle 2015 besonders stark zugeschlagen; es gab mehr als doppelt so viele Fälle wie in Ludwigslust-Parchim (11,1 Fälle je 100 Mitglieder) oder Vorpommern-Rügen (11,8 Fälle je 100 Mitglieder).

Der Analyse des WIdO liegen die Daten von knapp 12 Millionen AOK-versicherten Arbeitnehmern zugrunde, die 2015 in mehr als 1,5 Millionen Betrieben beschäftigt waren.

Der Krankenstand beschreibt die Arbeitsunfähigkeitstage im Kalenderjahr. So bedeutet dies für 2015, dass im Durchschnitt jedes AOK-Mitglied mehr als 19 Tage (5,3 Prozent der 365 Tage) arbeitsunfähig war.

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