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Rheinische Post: Kommentar: Integration misslungen

Düsseldorf (ots) - Die wichtigste Aufgabe eines Integrationsrates besteht darin, Menschen unterschiedlicher Kulturen und Glaubensrichtungen zu einen und nicht sie zu entzweien, aufzuwiegeln und unter ihnen Hass zu säen. In diesem Punkt ist die Integrationsarbeit der Stadt Duisburg kläglich gescheitert. Auch wenn das besagte Gremium seinen Beschluss, dass der Massenmord an den Armeniern vor rund 100 Jahren nicht erwiesen sei, gestern wieder aufhob, sagt der Vorgang an sich doch viel über das Demokratieverständnis vieler in Duisburg lebender Türken aus. Wie auch der Umstand, dass einige ihre Meinungen mit Handgreiflichkeiten, Drohungen und Beschimpfungen durchsetzen wollten. Und das ausgerechnet in einer Stadt, die wie kaum eine zweite im Land durch türkische Migration geprägt ist und oft als Beispiel gelungener Integration herangezogen wird. Aber offenbar hat man in Duisburg viel zu lange nur über Integration gesprochen, statt sie zu leben. Dabei war man in Duisburg vor Jahren schon weiter, als man mit dem Moscheebau das "Wunder von Marxloh" feierte. Das droht jetzt zu bröckeln.

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