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Rheinische Post: US-Nostalgie Kommentar Von Frank Herrmann

Düsseldorf (ots) - Nein, der Spagat konnte nicht gelingen. Ein Glenn Beck, der sich den Mantel Martin Luther Kings überstreift, das hatte von Anfang an etwas von einem Gauklerstück. King kämpfte für die Bürgerrechte der Schwarzen. Beck kämpft für sich selber, um höhere Einschaltquoten und den Einstieg in eine politische Laufbahn. Der Prediger verabscheute Parolen, der Fernsehkommentator ist ein Populist reinsten Wassers. Becks Versuch, Kings "I-have-a-dream-Rede" am Originalschauplatz neu zu interpretieren, hatte von vornherein etwas Absurdes. Doch jenseits der verbogenen Symbolik spiegelt die Kundgebung am Lincoln Memorial die Stimmung im Land. Die "Tea Party" bietet ein Ventil, um Dampf abzulassen. Da wird Obama verteufelt als Rekordschuldenmacher, sogar als Sozialist, der Amerika unter Hammer und Sichel zwingen will. Dabei ist er der Präsident, der die Krisensuppe auslöffeln muss, in einem Land, das mindestens zwei Jahrzehnte über seine Verhältnisse lebte. Der Mischung aus Politik, Patriotismus und Kirche verdankte George W. Bush einst seine Wiederwahl. Nun erklären es die Erzkonservativen erneut zum Leitmotiv, nur eben um etliche Nuancen nostalgischer als Bush.

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