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WAZ: Anzeigepflicht bei Missbrauch - Nur das Opfer zählt. Kommentar von Angelika Wölk

Essen (ots) - Die Debatte über sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche ist richtig und sie ist wichtig. Vor allem für die Opfer. Endlich wird ihnen zugehört. Endlich wird ihnen geglaubt. Endlich können sie auf Hilfe hoffen nach all dem Leid, nach all den Jahren, in denen sie ihre seelische Pein mit sich herumschleppen mussten. Doch seit Januar, seit die ersten Meldungen über Missbrauch in einer kirchlichen Eliteschule bekannt wurden, hat die Kirche einiges unternommen - um aufzuklären, aus Fehlern zu lernen. Doch sie ist gut beraten, nicht jede Forderung bußfertig als Zeichen ihres geläuterten guten Willens zu erfüllen. Der Ruf nach einer Anzeigepflicht bei jedem Verdacht auf Missbrauch ist so eine. Es hört sich wohlfeil an, wenn es in Talkshows heißt: Der Bischof darf erst gar nicht mehr überlegen, er muss sofort den Staatsanwalt einschalten, was denn sonst! Aber das Gesetz sieht das aus gutem Grund nicht vor. Und Opferverbände sagen auch, warum. Sie wissen, was das für Kinder bedeuten kann. Opfer könnten damit zum zweiten Mal zum Schweigen gebracht werden. An sie wurde in den vergangenen Jahrzehnten zuallerletzt gedacht. Sollten wir heute nicht viel, viel weiter sein? Pressekontakt: Westdeutsche Allgemeine Zeitung Zentralredaktion Telefon: 0201 / 804-6528 zentralredaktion@waz.de Original-Content von: Westdeutsche Allgemeine Zeitung, übermittelt durch news aktuell

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