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Rheinische Post: Schutz für Eizellen Kommentar Von Lothar Schröder

Düsseldorf (ots) - Seit gestern ist sie zulässig, die so genannte Präimplantationsdiagnostik bei künstlich befruchteten Eizellen. Das liest sich fast vornehm, zumindest technisch kühl. Dahinter aber steht die Absonderung genetisch beschädigter Embryonen - also die Selektion. Solche Wortwahl ist von anderer Wucht; sie gemahnt an faschistoides Denken, an die menschenverachtende Unterteilung in wertes und unwertes Leben. Das jüngste Urteil des Bundesgerichtshofes führt zwar nicht in diese Zeit zurück, da es sich allein auf Embryonen bei künstlicher Befruchtung bezieht, aber ethisch höchst umstritten bleibt es. Denn natürlich berührt es unser Bild vom Menschen. Wir alle sind nicht perfekt; und niemand muss gottlob für seine Existenz einen Leistungsnachweis erbringen. Die medizinischen Möglichkeiten einer Früherkennung führen uns indes in die Grauzone einer Forschung, die - wie es im Wesen jedes Fortschrittsdenkens liegt - Grenzen nicht kennt. Da aber keine Technik wertfrei ist, müssen wir uns fragen, ob alles gut ist, was machbar scheint. Das darf nicht die Verteufelung von Errungenschaften bedeuten. Vielmehr brauchen wir ein neues Embryonenschutzgesetz, das nicht vor Gericht ausgelegt, sondern über das breit im Parlament diskutiert wird.

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