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Rheinische Post: Glück als Erfolg

    Düsseldorf (ots) - Viereinhalb Tage lang war von Innenminister Ingo Wolf (FDP) bei einem der größten Polizeieinsätze, die Nordrhein-Westfalen in den vergangenen Jahren erlebt hat, öffentlich nichts zu hören und zu sehen. Nach der glücklichen Festnahme des zweiten Aachener Ausbrechers vermied es der Minister gestern, an der Pressekonferenz der federführenden Kölner Polizei teilzunehmen und beklatschte stattdessen aus sicherer Düsseldorfer Entfernung den "großartigen Erfolg der Polizei". Gemeint war, dass es der Polizei gelungen ist, ein Handy zu orten und einen übermüdeten Ausbrecher vom Rad zu holen. Politisch wird sich Wolf die Frage gefallen lassen müssen, wer es eigentlich verantwortet, dass von der Flucht der beiden Schwerverbrecher am Donnerstagabend um 20.20 Uhr bis zur Einrichtung einer zentralen Einsatzsteuerung am Freitagabend um 21 Uhr fast 25 Stunden vergehen mussten, in denen sich immerhin die Geiselnahme zweier Taxifahrer, eine verpatzte Großfahndung in Köln, die Geiselnahme einer 19-jährigen Schülerin und noch eine verpatzte Großfahndung in Essen-Kettwig ereigneten. Wie Justizministerin Müller-Piepenkötter (CDU) hat Wolf großes Glück gehabt, dass es keine Toten gab. Ein "großartiger Erfolg" sieht anders aus.

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