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Rheinische Post: Keine Stichwahl

    Düsseldorf (ots) - Die Stichwahl zwischen Afghanistans Präsident Hamid Karsai und seinem Herausforderer Abdullah Abdullah ist abgesagt. Der Westen als Sammelbecken freiheitlicher und demokratischer Ideen reagiert erleichtert. Er hätte trotz massiver Anstrengungen nicht sicherstellen können, dass die Wahl am Samstag seinen rechtsstaatlichen Vorgaben entsprochen hätte und frei und fair verlaufen wäre. Dadurch wäre auch er beschädigt worden. Nach den groben Wahlfälschungen des Karsai-Lagers im ersten Durchgang war kaum noch zu vermitteln, dass der Westen die demokratiefeindlichen Taliban bekämpfen und darüberhinaus garantieren kann, eine glaubwürdige Demokratie aufzubauen. Der Rückzug Abdullahs war aus dessen Interessenlage geschickt. Mit und ohne Wahlmanipulation wäre seine Chance auf den Präsidentensessel gering gewesen. So hat er im Abgang Karsai unter Zugzwang gesetzt. Um Ruhe im Lande zu gewährleisten und innerafghanische Kämpfe zu verhindern, muss der Westen darauf dringen, dass Abdullah und Karsai in einer Regierung der nationalen Einheit zusammenarbeiten. Ein geschwächter Karsai ohne große Legitimität behält seinen Posten, und Abdullah erhält eine Machtbeteiligung. Ein raffinierter Ausweg.

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