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Neue OZ: Kommentar zu NPD
Voigt

    Osnabrück (ots) - Krumme Touren im Umgang mit Staatsgeld haben den NPD-Karren tief in den Dreck rutschen lassen. Für Steuermann Voigt, der als Parteichef die Verantwortung für die kreative Buchführung zu tragen hätte, bleibt der Fall dennoch ohne Folgen. Mit einer Mischung aus Seelenmassage und Selbstkritik sowie der Inszenierung als Opfer dunkler Machenschaften behauptete er sich im Amt. Bei der Wahl der übrigen Vorstandsmitglieder konnte er zudem durchweg seine Vertrauten durchsetzen.

    Einen ernsthaften Gegenkandidaten hatte Voigt mit dem Mecklenburger Pastörs freilich auch nicht. Schließlich stammt der fehlerhafte Rechenschaftsbericht, der für die Partei nun existenzbedrohend ist, von einem Mitglied aus dessen Landesverband. Das ist keine Empfehlung für Höheres.

    Vorsichtige Versuche, der Partei einen gemäßigteren Anstrich zu geben, erstickten im Keim. Mit ihren Personalentscheidungen bleibt die NPD offen auf radikalem Kurs. Dafür steht nicht zuletzt der als Parteivize bestätigte Anwalt und Holocaust-Leugner Rieger. Solche Männer hat die NPD - und braucht sie auch. Mit ihren Millionen könnten sie die klamme Partei retten. Mit ihren Parolen dürften sie freilich auch beste Argumente für einen neuen NPD-Verbotsantrag liefern.

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