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Weser-Kurier: Über Hass von der Kanzel schreibt Christian Weth:

Bremen (ots) - Dass er Fremdenhass geschürt haben soll, muss die Staatsanwaltschaft klären. Dass Pastor Olaf Latzel in seiner Predigt andere Religionen und Kulturen abgewertet und verhöhnt hat, steht indes fest. Anders kann man es nicht nennen, wenn jemand von der Kanzel herab das Zuckerfest als "Blödsinn" und die Verehrung von Gegenständen als "Reliquien-Dreck" bezeichnet. Und was macht die Bremische Evangelische Kirche, die den Mann bezahlt? Sie geht auf Distanz - zur Predigt wohlgemerkt, nicht zur Person. Das macht die Kirche unglaubwürdig. Ebenso wie ihre Kritik. Sie hält Latzels Formulierungen für unerträglich, will aber an ihm nicht rütteln. Weil sie es nicht könne, wie sie sagt. Die Bremische Evangelische Kirche verschanzt sich hinter ihrer eigenen Verfassung, die Glaubensfreiheit für alle Gemeinden garantiert. Anders formuliert: Jeder soll jederzeit alles sagen können und braucht - auch wenn seine Worte im klaren Widerspruch zur evangelischen Grundhaltung stehen - keine arbeitsrechtlichen Konsequenzen zu fürchten. Was für ein Freibrief! Dabei könnte es auch anders gehen. Die Kirche hat sich eine Verfassung gegeben, also kann sie die auch ändern. Warum also keinen Rauswurf möglich machen? Das erfordert zwar Mut, wäre aber glaubwürdiger.

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