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Weser-Kurier: Kommentar von Jürgen Hinrichs zum Bremer Bündnis für eine weltoffene Gesellschaft

Bremen (ots) - Niemand in Bremen, der auf die Straße geht und wie die Demonstranten in Dresden seinen Ängsten vor einer vermeintlichen Überfremdung des Landes freien Lauf lässt. Niemand, der sich offen islamfeindlich gibt, auch nach den Anschlägen in Paris nicht. Und trotzdem jetzt dieses Bündnis: "Bremen tut was. Für eine demokratische und weltoffene Gesellschaft." Es ist wohl so etwas wie eine Vorwärtsverteidigung. Ein Signal. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Das Bündnis ist deshalb so breit, weil sich keiner der guten Sache verweigern konnte. Denn bitte, wer sollte ernsthaft etwas gegen Zuwanderung haben, gegen ein friedliches Miteinander der Kulturen, gegen die Aufnahme von Flüchtlingen aus Ländern, in denen Krieg oder andere Not herrscht? Ob's was nützt, dies noch einmal zu unterstreichen, steht dahin. Schaden kann es jedenfalls nicht. Messen sollte man das neue Bündnis freilich nicht an dem, was es deklamiert. Messen sollte man es an Aktionen und Projekten. Daran zum Beispiel, ob die Wirtschaft tatsächlich jungen Flüchtlingen mit Praktika oder gar Lehrstellen hilft. Ob Patenschaften übernommen werden. Oder ob sich alle zusammen mal gewaltig aufregen und der Stadt Druck machen, endlich dafür zu sorgen, dass Zuwanderer und Flüchtlinge auch im überlasteten Ausländeramt die viel beschworene Willkommenskultur erleben.

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