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Weser-Kurier: Kommentar von Hans-Ulrich Brandt zum Streit um Polizeikosten bei Fußballspielen

Bremen (ots) - Bremen macht ernst, eine nach der hitzigen Vorgeschichte nur konsequente Entscheidung. Die rot-grüne Landesregierung und allen voran Innensenator Ulrich Mäurer hätten sich sonst auch komplett blamiert, wären sie vor dem SV Werder im Besonderen und der Deutschen Fußball Liga DFL im Allgemeinen doch noch in die Knie gegangen. Nein, die Entscheidung der Bürgerschaft, nun den Profi-Fußball für Polizeieinsätze bei Risikospielen in der Bundesliga zur Kasse zu bitten, ist so richtig wie sie letztlich erwartbar war. Und dabei spielt es auch keine Rolle, dass jetzt ein zäher Rechtsstreit beginnen wird, der dazu führen dürfte, dass die vom Bremer Senat der DFL in Rechnung gestellten Polizeieinsatzkosten für Heimspiele des SV Werder gegen Hannover 96 oder den HSV vielleicht erst in zwei Jahren in die Bremer Haushaltskasse fließen werden. In diesem emotional aufgeladenen Streit zwischen Politik und König Fußball, dem gerade auch in Bremen vieles willfährig zu Füßen gelegt wurde und wird, ist jetzt Durchhaltevermögen gefragt. Von Anfang an haben sich Werder und die Verantwortlichen der mächtigen DFL mit ihrer überzogenen Abwehrstrategie selbst diskreditiert. Ein fest eingeplantes EM-Qualifikationsspiel von Bremen nach Nürnberg zu verlegen, war ganz schlechter Stil. Und Werders Vereinsbosse Klaus-Dieter Fischer und Klaus Filbry haben nach Bekanntwerden der Pläne mit sofortigem Liebensentzug reagiert - Fischers Austritt aus der SPD inklusive. Das ist peinlich, zumal sich Werder nun wirklich über mangelnde Zuneigung seitens der Bremer Politik nicht beklagen kann. Wer die nicht immer leichten Beziehungen zwischen Stadt und Verein Revue passieren lässt, dem fällt so manche Lex Werder ein. Und man denke nur daran, dass die Stadt auch zu 50 Prozent an den Kosten für das Weserstadion beteiligt ist. Im Übrigen hat Werder als Tabellenletzter ganz andere Sorgen. Nicht eventuell zu bezahlende Polizeieinsätze bedrohen die Zukunft des Vereins, sondern die rasante sportliche Talfahrt. Der Verein sollte sich um sein Kerngeschäft kümmern - ein Sieg gegen Köln am Freitag lässt dann in Bremen auch wieder alle jubeln.

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